Fleisch
Hier gibt es Wissenswertes zum Thema Fleisch und Milch. Guten Appetit!
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- Hagen Rether ist mit dem deutschen Kabarett-Preis geehrt worden. Damit würdigte das Nürnberger
Burgtheater Rether als "klassischen Aufklärer", der keine falsche Rücksicht auf politische Korrektheit
nehme und mit bitterbösen Beispielen Scheinheiligkeit und Doppelmoral entlarve.
- In aller Seelenruhe und höchst charmant schmiedet Hagen Rether Sätze wie Gewehrkugeln.
- Bei aller Frustration angesichts des salonfähigen Zynismus in unserer Gesellschaft, ist er ein unver-
besserlicher Optimist, der glaubt, es könne besser werden, wenn nur jeder einmal nachdenkt.
- Rether ist respektlos, politisch absolut unkorrekt und fabelhaft.
- Sprachlich so geschliffen und knallhart wie kein anderer wehrt sich da ein von der Welt enttäuschter
Intellektueller, betreibt eine verletzte Seele Aufklärung in ihrer furiosesten Form, mit allem, was das
Arsenal an Ironie, Sarkasmus und Zynismus hergibt. Nach wie vor Einzigartig.
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Professoren gegen die organisierte Verantwortungslosigkeit
(Massentierhaltung)
Veröffentlicht am 19. Mai 2010
In den Niederladen haben sich knapp 250 Professoren zusammengeschlossen, um
für ein Ende der industrialisierten Massentierhaltung einzutreten. In einem
Positionspapier verdeutlichen die Wissenschaftler die Probleme der
Massentierhaltung und zeigen Lösungsmöglichkeiten auf.
Auch wenn wir (die Albert-Schweitzer-Stiftung) in der Vergangenheit schon
auf praktisch alle Punkte des Papiers eingegangen sind: Die niederländischen
Professoren bringen die verschiedenen Themenbereiche so zielgenau auf den
Punkt, dass wir sie in freier Übersetzung zusammenfassen. Bitte
beachten Sie, dass die Formulierungen von führenden Wissenschaftlern und nicht
von Tierrechtsorganisationen stammen.
Tierschutz
Die industrielle Massentierhaltung hat sich zu einem effizienten,
technisierten System entwickelt, in dem Tiere den Bedürfnissen der Industrie
angepasst werden. Das geht bis zu dem Punkt, dass die Tiere meist ohne Betäubung
verstümmelt werden: Schnäbel, Schwänze, Hörner und Geschlechtsteile werden
abgetrennt, Zähne werden abgeschliffen.
Die Tiere sind teilweise so überzüchtet, dass sie buchstäblich zu Tode
wachsen (Masthühner), ihre Nachkommen
nicht mehr auf natürliche Weise auf die Welt bringen können (Milchkühe) und ihnen
Probleme mit Herzen und Beinen angeboren sind (Schweine). Kälber werden
sofort nach der Geburt von ihren Müttern getrennt und leiden an Blutarmut, weil
ihnen kaum Eisen zugeführt wird, damit sie helles Fleisch liefern. Die Brüder
von Legehennen werden nach dem Schlüpfen vergast oder zerhäckselt, weil es keine Verwendung für sie gibt. Bei der
Schlachtung gibt es keine Garantie dafür, dass die Tiere wirkungsvoll betäubt wurden, oder dass sie
wirklich tot sind, wenn sie am Schlachthaken hängen.
Dass es soweit kommen konnte, erklären die Professoren mit dem
psychologischen Phänomen der pluralistischen Ignoranz: Verbraucher und sogar
Landwirte missbilligen prinzipiell die Zustände in der Tierhaltung, beruhigen
sich jedoch damit, dass niemand etwas unternimmt, weshalb es ja doch nicht so
schlimm sein kann. Und wenn es doch schlimm wäre, würde ja die Regierung etwas
unternehmen. Dieses Nichtstun wird wiederum von Politikern und Unternehmen so
gedeutet, dass die Konsumenten mit den gängigen Praktiken einverstanden sind,
wodurch sich der Kreis wieder schließt: Alle Beteiligten denken, dass alles in
Ordnung wäre, weil niemand etwas unternimmt.
Selbst wenn Konsumenten sich bemühen, Lebensmittel mit erhöhten
Tierschutzstandards zu kaufen, wird es ihnen sehr schwer gemacht. Das Bio-Siegel
ist beispielsweise kein Garant für hohe Standards (Anm. d. Red.).
Zerstörung der Böden
Bei der Produktion jedes Kilogramms Fleisch entstehen ca. 6 kg Gülle. In
Regionen mit intensiver Massentierhaltung sind die Folgen eine Versäuerung
und Überdüngung der Böden sowie die Verunreinigung von Grund- und Trinkwasser.
Weitere Folgen sind – je nach Lage – die Verödung von Grünland und Waldsterben.
Auch die Fauna wird durch die Überdüngung geschädigt (insbesondere große
Insekten), was negative Auswirkungen auf gesamte Ökosysteme hat.
Phosphat ist ein essentieller Nährstoff für Pflanzen. Dadurch, dass Futter
häufig aus dem Ausland importiert wird, importieren wir große Mengen dieses
Minerals, das Tiere über ihre Exkremente wieder ausscheiden, wodurch hier eine
schädliche Über- und im Ausland eine Unterversorgung entsteht, die
voraussichtlich noch in diesem Jahrhundert zu gravierenden Problemen führen
wird. In einem Satz: Wir setzen die Zukunft der Nahrungsmittelversorgung aufs
Spiel.
Welternährung
Durchschnittlich 10 bis 16 kg Getreide werden benötigt, um 1 kg Fleisch zu
produzieren. Bereits 40% der weltweiten Getreideernte werden von »Nutztieren«
verschlungen, und wenn die Prognosen der Welternährungsorganisationen
zutreffen, wird sich die Nachfrage nach Fleisch bis zum Jahr 2050 verdoppeln.
Bereits jetzt werden Regenwälder für die Fleischproduktion abgeholzt und
bereits jetzt leiden eine Milliarde Menschen an Hunger. Und das, obwohl weltweit genug pflanzliche Lebensmittel produziert
werden können, um weit mehr als 10 Milliarden Menschen zu ernähren.
Wasserverschwendung
Die Fleischproduktion verschlingt besonders viel Wasser.
Es wird vorausgesagt, dass bereits im Jahr 2017 70% der Weltbevölkerung
Probleme mit dem Zugang zu ausreichend Süßwasser haben werden, und trotzdem
verbrauchen wir große Mengen davon für die Fleischproduktion – insbesondere in
ärmeren Ländern, die Futter produzieren.
Klimawandel
Laut Welternährungsorganisation verursacht die Tierhaltung 50% mehr
Treibhausgase als alle PKW, LKW, Züge, Schiffe und Flugzeuge zusammen. Neuere
Schätzungen kommen sogar zu noch dramatischeren Ergebnissen.
Öffentliche Gesundheit
Alle ernstzunehmenden Experten raten, den Konsum tierischer Proteine und
Fette stark zu reduzieren. Trotzdem werden mittels nationaler und europäischer
Steuergelder Kampagnen finanziert, die einen noch höheren Verzehr bewerben. So
wachsen die Risiken an Herz- und Gefäßkrankheiten, Krebs, Fettleibigkeit und Diabetes zu leiden, weiter an.
Weitere Gesundheitsrisiken ergeben sich aus der Verwendung von Antibiotika in der Tierhaltung, was zu resistenten Krankheitserregern führt. Außerdem wird
es zunehmend schwieriger, Hühnerfleisch zu kaufen, das nicht mit Salmonellen
oder Campylobacter belastet ist. In allen anderen Bereichen der
Lebensmittelerzeugung würde das zu Konfiszierungen und der Schließung von
Fabriken führen. In der Fleischproduktion wird es dagegen fast schon als normal
angesehen.
Finanzielle Auswirkungen
Die Argumente vieler Politiker und Massentierhalter lassen sich so
zusammenfassen: Eine wachsende Agrarindustrie trägt zum Wirtschafts-, Export-
und Einkommenswachstum (der Massentierhalter) bei und ist daher zu begrüßen.
Dem sind zwei Argumente entgegenzuhalten: Wenn ethische Grenzen
überschritten werden (siehe »Tierschutz«), werden finanzielle Überlegungen
irrelevant. Heutzutage verteidigt auch niemand mehr die Sklavenhaltung oder die
Kinderarbeit, auch wenn durch sie eventuell wirtschaftliche Vorteile zu
erreichen wären. Außerdem ist die Argumentation der wirtschaftlichen Vorteile
schlichtweg falsch, weil sie nicht die hohen Kosten einberechnet, die Mensch,
Tier und Umwelt durch die Fleischproduktion auferlegt werden (siehe ebenfalls
oben).
Zehn Forderungen der Wissenschaftler
1) Die Regierungen müssen Veränderungen
einleiten. Die Anstrengungen am Markt bzw. der Verbraucher reichen nicht aus.
Unabhängige Regierungen sind notwendig (die Unabhängigkeit vieler Politiker ist
in Frage zu stellen).
2) Der Konsum tierischer Produkte muss bis
2020 um mindestens 33% gesenkt werden. Die Regierungen müssen die
Öffentlichkeit über die Folgen des Konsums von Lebensmitteln tierischen Ursprungs
intensiv und offen informieren.
3) Alle Kosten der Fleisch- und
Milchproduktion inkl. Umweltzerstörung und Belastungen des Gesundheitssystems
müssen in die Preise einberechnet werden. Zusätzlich dazu sollte noch eine
weitere Steuer auf diese Produkte erhoben werden.
4) Wenn sich kein internationaler oder
europäischer Konsens finden lässt, müssen einzelne Länder sich allein als
Vorbilder positionieren.
5) Dem Tierschutz muss eine zentrale Position
eingeräumt werden, der sich deutlich in Verfassung und Gesetzen niederschlägt
und die schlimmsten Praktiken (siehe oben) verbietet.
6) Die Verwendung von Antibiotika und Hormonen
in der Produktion tierischer Produkte muss verboten werden.
7) Der Anfang sollte darin bestehen, wieder geschlossene
Kreisläufe in der Lebensmittelproduktion zu etablieren.
8) Bau und Expansion von
Massentierhaltungen aufgehalten werden. Es sollten gesetzliche Grenzen
eingeführt werden, wie viele Tiere pro Hektar, Region oder Land gehalten werden
dürfen.
9) Landwirte müssen die Chance erhalten, sich
auf die neuen Anforderungen einzustellen. Da die Politik einen großen Teil der
Schuld für die falsche Entwicklung des Sektors trägt, sollte sie den Wandel zur
Nachhaltigkeit unterstützend begleiten.
10) Die Entwicklung von gesunden und schmackhaften
pflanzlichen Lebensmitteln sollte gefördert werden, um Konsumenten den Umstieg
zu einer weniger fleisch- und milchlastigen Ernährung zu erleichtern.
Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt begrüßt
den Vorstoß der ProfessorInnen sehr und bittet Wissenschaftler in Deutschland
und auf der ganzen Welt, sich nach dem niederländischen Vorbild
zusammenschließen, um der industriellen Massentierhaltung entgegenzutreten. Die
Politik ist aufgefordert, die erdrückende Beweislast zu den vielen negativen
Auswirkungen der industriellen Massentierhaltung endlich ernst zu nehmen und
entschlossen zu handeln.
Buchtipps
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Karen Duve - Anständig essen
Manchmal wünschte ich, ein Hackbraten wäre wieder ein Hackbraten, ein Grillfest
ein großes Vergnügen und ich könnte in eine Bratwurst beißen, ohne dass dafür
an einem finsteren Ort wochen- und monatelang gelitten wird.
Schonungslos und mit knochentrockenem Humor hat sich Karen Duve der Frage
gestellt: Wie viel gönne ich mir auf Kosten anderer?
Leseprobe "Anständig essen"
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Hermann Focke - Die Natur schlägt zurück
Antibiotikamissbrauch in der intensiven Nutztierhaltung und Auswirkungen auf
Mensch, Tier und Umwelt.
Der langjährige Veterinäramtsleiter in der Region mit der größten Tierdichte Eu-
ropas beschreibt anhand zahlreicher Fakten, wohin zügelloser Antibiotikaeinsatz
bei der agrarindustriellen Nutztierhaltung führt: Zu Resistenzen. Das heißt: Die
wichtigsten Medikamente gegen Infektionskrankheiten verlieren ihre Wirksamkeit.
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Jonathan Safran Foer - Tiere essen
Wie viele junge Menschen schwankte J.S.Foer lange zwischen Fleischgenuss und
Vegetarismus hin und her. Als er Vater wurde und er und seine Frau überlegten, wie
sie ihr Kind ernähren würden, bekamen seine Fragen eine neue Dringlichkeit. Warum
essen wir Tiere? Würden wir sie auch essen, wenn wir wüssten, wo sie herkommen?
J.S.Foer recherchierte auf eigene Faust, brach nachts in Tierfarmen ein, konsultiert
einschlägige Studien und spricht mit zahlreichen Experten. Vor allem aber geht er
der Frage auf den Grund, was Essen für den Menschen bedeutet.
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Albert Schweitzer - Ehrfurcht vor den Tieren
Albert Schweitzer gehört zu den wichtigsten Denkern der Tierschutzbewegung.
Seine Lehre von der Ehrfurcht vor dem Leben schließt den Respekt vor Tieren selbst-
verständlich mit ein. Bis heute sprechen seine autobiographischen, philosophischen,
theologischen und kulturgeschichtlichen Texte zur Tierethik den Leser unmittelbar
an.
In einer Zeit, in der Massentötungen von Tieren an der Tagesordnung sind, haben sie
nichts von ihrer Aktualität eingebüßt.
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